Mexiko und der 2. Oktober 1968

Zehn Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt, am 2.10.1968, griff auf Befehl der Regierung die mexikanische Armee mit Panzern und Scharfschützen eine studentische Demonstration an, die sich auf dem «Platz der Drei Kulturen» versammelt hatte. Bis heute ist unklar, wie viel hunderte Tote es dabei gegeben hat. Durch das staatliche Massaker fand die mexikanische 68er Bewegung ein abruptes Ende. Danach verstärkte sich die staatliche Repression gegenüber Aktivist/innen noch und mündete schließlich in einen «Krieg niedriger Intensität» gegenüber Oppositionellen und der Bevölkerung insgesamt. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern auch, wurden ab den 1970er Jahren Aktivist/innen unrechtmäßig eingekerkert, ge­foltert oder gewaltsam verschwunden.
Lange war das Massaker vom 2.10.1968 ein Tabu. Die Ge­heimdienstakten wurden unter dem Deckel gehalten und die politisch Verantwortlichen sind bis heute nicht belangt worden.